Therapeutik

Aufklärung

In unserer Funktions- und Schmerzsprechstunde stellen wir eine zunächst vorläufige Diagnose auf der die Therapievorschläge basieren. Hierüber werden wir Sie ausführlich aufklären. Sollte es für die weitere Diagnostik erforderlich sein, werden wir uns, mit Ihrem Hauszahnarzt, Hausarzt oder einem entsprechenden Spezialisten in Verbindung setzen.

Anleitung zur Selbstbeobachtung

In den meisten Fällen ist es sowohl für den Therapeuten, als auch für den Patienten wichtig, ob ein Zusammenhang zwischen den Schmerzen und anderen Ereignissen oder Vorgängen existiert. Dazu sollten Sie unter anderem Folgendes an sich selbst beobachten:

  • Knirschen Sie mit den Zähnen?
  • Pressen Sie die Zähne aufeinander?
  • Pressen Sie die Zunge an den Gaumen oder an die Zähne?
  • Beißen Sie öfter auf die Lippen oder die Wangen?
  • Werden die Schmerzen durch bestimmte Ereignisse, Bewegungen, Düfte, Speisen oder Getränke oder auch seelische Belastungen verstärkt?

Physiotherapie

In Abhängigkeit von der Diagnose kann eine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll sein. Hierzu gehören spezielle Übungen, Dehnungen und auch Massagen für den Halswirbelsäulen-, Kopf- und Kieferbereich. Zur unterstützenden Begleittherapie und zur Linderung akuter Beschwerden können auch physikalische Therapieformen wie Wärme- oder Kälteanwendungen, sowie Elektrotherapie zum Einsatz kommen. Dafür muss ein(e) speziell ausgebildete(r) Physiotherapeut(in) mit hinzugezogen werden, der/die den Bereich der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur mitbehandeln kann.

Medikamente

Niemand nimmt gerne Medikamente ein! Darüber hinaus sind Medikamente alleine nur in wenigen Fällen ausreichend für die Therapie. ABER: In einer akuten Schmerzphase können z.B. Schmerzmittel mit entzündungshemmender oder muskelentspannender Wirkung sehr hilfreich sein, in dem sie eine weitere Therapie erst ermöglichen. Des weiteren versucht man mit einer medikamentösen Schmerztherapie eine Chronifizierung eines Schmerzzustandes zu vermindern. Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden kann es, neben anderen Maßnahmen auch sinnvoll sein, diesen durch Medikamente vorübergehend zu verbessern. Jede weiterführende medikamentöse Behandlung werden wir aber immer mit Ihrem Hausarzt besprechen. Dies gilt auch wenn Sie unter einer rheumatischen Grunderkrankung leiden.

Schienentherapie

Bei einer Schienentherapie wird eine Kunststoffschiene aus klarem, durchsichtigen Kunststoff auf die Zähne im Ober- oder Unterkiefer gesetzt. Sie hat dabei mehrere Wirkungen:

  • Sie soll die Kaumuskulatur entspannen
  • Sie soll die Stellung der Kiefergelenke günstig beeinflussen
  • Sie soll die Wahrnehmung der "Knirschproblematik" verbessern und
  • zu einer Entlastung des Kausystems führen
  • Sie soll eventuelle Zahnfehlkontakte ausgleichen, und letztlich auch
  • die Abnutzung der Zähne durch das Knirschen vermindern.

Je nach Schienentyp, -funktion und Aufwand bei der Herstellung übernimmt die Krankenkasse die Kosten hierfür, bzw. Sie müssen die Kosten dafür selbst übernehmen.

Psychologische Mitbehandlung

Jede chronische, körperliche Erkrankung zieht natürlicherweise Veränderungen des seelischen Empfindens nach sich. Umgekehrt können auch seelische und emotionale Belastungen temporomandibuläre Dysfunktionen verstärken, ja wahrscheinlich sogar mit hervorrufen. Derartige Störungen müssen mittherapiert werden, da diese oftmals Schmerzen aufrecht erhalten können und die Therapie erschweren. Sie liegen außerdem oftmals Schlafstörungen zugrunde, die eine nächtliche Erholung verhindern und damit einer schnellen Genesung im Wege stehen. Aus diesem Grund kann, neben Entspannungstechniken eine psychologische Begleittherapie notwendig sein.

Interdisziplinäre Behandlung

Bei sehr lange bestehenden Schmerzen ist aufgrund der komplexen Zusammenhänge nahezu immer eine Zusammenarbeit verschiedener Therapeuten notwendig. Hierzu gehören neben Ihrem Hauszahnarzt und Hausarzt beispielsweise Physiotherapeuten, Schmerztherapeuten, Neurologen, Orthopäden, HNO-Ärzte, und Psychologen. Sollten Sie schon bei einem oder mehreren Spezialisten in Behandlung sein, setzen wir uns gerne mit diesen in Verbindung. Ansonsten arbeiten wir mit den entsprechenden Abteilungen innerhalb des Klinikums zusammen.

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Dr. Markus Fussnegger