Weiterführende Informationen zur Funktions- und Schmerzsprechstunde

Sogenannte Temporomandibuläre Dysfunktionen (TMD), auch Myoarthropathien genannt, sind eine Gruppe von Erkrankungen, die Kopf- und Gesichtsschmerzen verursachen können. Prinzipiell können diese in

  • muskulärbedingte (Myopathien),
  • gelenkbedingte (Arthropathien),
  • nervenbedingte (Neuropathien) Schmerzen sowie in
  • Schmerzen, die durch Zähne oder Zahnhalteapparat bedingt sind

unterteilt werden, die jedoch auch zusammen auftreten können. Symptome einer Temporomandibulären Dysfunktion können plötzlich oder schleichend auftretende Schmerzen in den Zähnen, den Kiefern, den Kaumuskeln, im Gesicht, den Kiefergelenken oder den Ohren sein. Ebenso können Kopfschmerzen oder Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule hiermit zusammenhängen. Auch ein Knacken, Reiben oder "Verhaken" der Kiefergelenke, sowie eine eingeschränkte Mundöffnung oder Schwierigkeiten beim Kauen können bei Temporomandibulären Dysfunktionen auftreten. Geringfügige Störungen der Funktion des Kauapparates beobachtet man bei sehr vielen Menschen. Die meisten Störungen sind eher unbedeutend, manchmal auch vorübergehend und können oft nur vom Zahnarzt oder Arzt wahrgenommen werden. Diese müssen meist nicht behandelt werden. Nur rund 5-10% der Menschen haben Beschwerden, die eine zahnärztliche und/oder ärztliche Behandlung erfordern. Frauen sind dabei übrigens wesentlich häufiger betroffen (ca. 80 %). Die Ursachen für diese Verteilung sind allerdings noch wenig erforscht. Temporomandibuläre Dysfunktionen sind sehr selten durch einzelne Ursachen gekennzeichnet. Vielmehr scheinen bei der Entstehung viele Faktoren zusammenzuwirken, die zu ergründen allerdings meist sehr schwierig ist. Dazu gehören seelische und körperliche Belastungen, Fehlhaltungen, Allgemeinerkrankungen, Pressen oder Knirschen mit den Zähnen und mitunter, weitaus seltener als oftmals angenommen, bestimmte Störungen des Zusammenbisses. Daneben gibt es chronische Schmerzzustände, die über Monate oder Jahre bestehen können und deren Ursache deswegen nicht mehr bestimmt werden kann. Das bedeutet nicht, dass die Schmerzen "eingebildet" sind!

Myopathien

Unter Myopathien versteht man akute und chronische Erkrankungen der Muskulatur. Dabei kann sowohl die Kaumuskulatur, also die Muskeln mit denen der Unterkiefer bewegt wird, als auch die Nacken- und Schultermuskulatur für Schmerzen im Gesichtsbereich verantwortlich sein. Je schneller diese behandelt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Besserung.

Arthropathien

Arthropathien sind eine Gruppe von Störungen, die das Kiefergelenk betreffen. Dazu gehören z.B. Lageveränderungen der Zwischengelenkscheibe, Gelenkentzündungen, Gelenkarthrosen. Sie können auf das Kiefergelenk beschränkt sein oder auch Teil einer allgemeinmedizinischen Erkrankung, bspw. einer rheumatischen Erkrankung sein. In letzterem Fall ist eine gemeinsame Behandlung mit dem behandelnden Arzt erforderlich.

Neuropathien

Unter Neuropathien werden Erkrankungen des Nervensystems verstanden. Schmerzen können dabei episodisch, das heißt anfallsweise auftreten - eine typische Erkrankung ist z.B. die Trigeminusneuralgie. Sie können aber auch dauernd vorhanden sein, was beispielsweise nach Nervenschädigungen, aufgrund von Viruserkrankungen oder auch Unfällen, etc. auftreten kann. Bei Neuropathien muss in jedem Fall individuell entschieden werden, ob ein Neurologe in die Behandlung miteinbezogen werden muss.

Copyright: Dr. Markus Fussnegger