Wie funktioniert das Kiefergelenk?

Um Ihren Unterkiefer bewegen zu können, besitzen Sie rechts und links ein Kiefergelenk, die über den Unterkiefer miteinander verbunden sind.

Die Kiefergelenke bestehen aus einem knorpelüberzogenen Gelenkköpfchen, einer ebenfalls knorpelüberzogenen Gelenkgrube, der faserknorpeligen Zwischengelenkscheibe, die auch als Diskus bezeichnet wird, sowie den weichgewebigen Strukturen wie dem Bandapparat, Gefäßen und Nerven.

Wenn Sie nun den Mund öffnen, gleitet das Gelenkköpfchen zusammen mit dem Diskus, der im Normalfall fest mit dem Gelenkköpfchen verbunden ist nach vorne und unten. Bei allen Bewegungen, die Sie mit dem Unterkiefer ausführen sind die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur aktiv.

Ihre Kiefergelenke nehmen Sie erst dann wahr, wenn Störungen, Schmerzen oder Geräusche auftreten oder wenn die Kiefergelenkfunktion gestört ist.

Geräusche des Kiefergelenkes

Kiefergelenkgeräusche wie Knacken oder Reiben treten meist beim Kauen oder bei der Mundöffnung auf. Bei manchen Menschen können sie so laut werden, dass sie von anderen Menschen wahrgenommen werden können. Der Zahnarzt tastet oder hört die Gelenkbereiche ab, um auch leise Geräusche erkennen zu können und richtig zu deuten. Schmerzfreie Gelenkgeräusche sind in der Regel allerdings nicht behandlungsbedürftig.

Schmerzen

Im Kiefer-/Gesichtsbereich werden Schmerzen von vielen Menschen als besonders unangenehm empfunden, da diese oftmals sehr stark gefühlsmäßig beeinflusst sind. Zudem liegen in diesem Bereich viele Strukturen (Muskeln, Kiefergelenke, Zähne, Nerven, Kieferhöhlen usw.) nahe beieinander, die als Schmerzursache in Frage kommen können. Die Schmerzen strahlen nach einer gewissen Zeit häufig aus, d.h. sie sind nach kurzer Zeit für Sie nicht mehr genau zu lokalisieren. Schmerzen in der Gelenkregion oder im Bereich der Wangen können darauf hindeuten, dass eine schädigende Ursache vorhanden ist. Wichtigste Aufgabe der Funktions- und Schmerzsprechstunde ist es daher, präzise zu ermitteln, ob Strukturen geschädigt sind. Bei lange bestehenden, chronischen Schmerzen kann es aber sein, dass keine Ursache mehr zu erkennen ist, die für die Schmerzen verantwortlich sein könnte.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Schmerzen "eingebildet" sind!

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Dr. Markus Fussnegger